Unser Bio Hof
Hier in der idyllischen Altmark (Sachsen-Anhalt) bewirtschaften wir unseren Familienbetrieb mit Leidenschaft für echte Qualität und den Schutz unserer Natur. Als einer der Vorreiter des ökologischen Landbaus in der Region setzen wir auf eine vielseitige Fruchtfolge und nachhaltige Konzepte, die weit über den Standard hinausgehen.
Unser Herz schlägt besonders für die Kartoffel: Auf rund 60 bis 80 Hektar kultivieren wir verschiedenste Sorten, die wir im gemeinschaftlichen Verbund vermarkten (Biokartoffel Nord). Ergänzt wird unser Ackerbau durch Getreide wie Dinkel, Hafer und Sommergerste, sowie Leguminosen für die menschliche Ernährung und als Tierfutter.
Die Chronik unseres Biohofes in Ritzleben
- 1991: Kurz nach der Wiedervereinigung übernehmen Carsten Niemann und Kathrin Kulow die damals marode Hofstelle im grenznahen Ritzleben. Der Betrieb startet mit wenig Eigenkapital, aber großem Engagement.
- Von Beginn an: Konsequente Ausrichtung auf den ökologischen Landbau und eine nachhaltige Ausrichtung unsere Betriebes.
- Seit 1995: spezialisierter Anbau von Biokartoffeln
- Über die Jahre: Kontinuierliches Wachstum auf heute über 400 Hektar Betriebsfläche und Aufbau einer Bewässerungsinfrastruktur für den Kartoffelanbau.
- 2023: Große Ehre für unsere Arbeit – der Biohof Ritzleben wird als Preisträger im Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau ausgezeichnet. Im selben Jahr erfolgt die Hofübergabe an Tochter Laura Kulow.
- 2025 und 2026: Startschuss für die ersten Agroforstsysteme – mit 74 Hochstamm-Apfelbäumen und 4.500 Pappeln und Baumweiden
Meine Geschichte: Mit Herz und Verstand auf dem Biohof Ritzleben angekommen
Manchmal braucht es ein wenig Glück, mich in einer ruhigen Minute zu erwischen. Der Alltag ist immer recht voll mit Verhandlungen, der Koordination des Getreide- und Kartoffelanbaus, Büroarbeit und – ganz wichtig – der Zeit mit meinen vier Kindern. Mit 33 Jahren habe ich Mitte 2023 den Biobetrieb von meinen Eltern Carsten Niemann & Kathrin Kulow übernommen und leite nun den Biohof Ritzleben im nordwestlichen Sachsen-Anhalt.
Auch wenn es manchmal ganz schön tough ist, habe ich es genau so gewollt. Meine Kindheit auf einem Bauernhof war idyllisch, und die Liebe zur Natur hat mich schon früh geprägt. Mein beruflicher Weg stand daher unausgesprochen schon mit meiner Studienwahl fest: Agrarwissenschaften – anfangs in Berlin, wechselte ich dann an die Uni Kassel mit Schwerpunkt „Ökologische Landwirtschaft“ und habe dort die tiefe Begeisterung für meine Themen gefunden.
Der Weg zur Betriebsleitung war ein langer Prozess. Schon 2013 bin ich als Partnerin in den Betrieb meines Vaters eingestiegen und wir gründeten eine GbR. Ich konnte nach und nach in alle Aufgaben hineinwachsen – von der Büro- und Verwaltungsarbeit bis hin zur Planung des Ackerbaus und der Mitarbeiterführung.
Die Hofübergabe selbst war ein „krasser Prozess“. Wir haben uns bewusst für die Begleitung durch eine professionelle Mediatorin entschieden. Die größte Herausforderung war dabei das Wechselspiel der Rollen: Mal war ich die Tochter, dann die Geschäftspartnerin; mal war er Vater, dann der Unternehmer. Ich bin heute froh, dass dieser Schritt abgeschlossen ist und ich nun allein die Entscheidungen treffe, auch wenn mir die Erfahrung meines Vaters als Berater immernoch sehr wichtig ist.
Als Frau in leitender Funktion in einem männlich geprägten Umfeld mache ich unterschiedliche Erfahrungen. Bei Verhandlungen mit Geschäftspartnern fühle ich mich meist auf Augenhöhe behandelt. Dennoch erlebe ich immer wieder, dass Leute auf den Hof kommen und selbstverständlich „nach dem Chef“ fragen, oder das Fachwissen bei mir als Frau nicht automatisch vorausgesetzt wird, wie es bei Männern oft der Fall ist.
Ein deutlich größeres Thema ist für mich die Vereinbarkeit von Betrieb und Familie. Neben der Leitung unseres Betriebs kümmere ich mich um einen Großteil der Belange meiner Kinder. Die Erwartungshaltungen von außen und vor allem der enorme „Mental-Load“ sind manchmal sehr belastend.
Trotz aller Herausforderungen liebe ich die ökologische Landwirtschaft und habe viele Ideen für die Zukunft, um den Betrieb zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Ich bin überzeugt: Mit frischen Ideen, Mut und der festen Verwurzelung in der ökologischen Landwirtschaft schaffen wir das.
Laura Kulow